GEDENKTAG 2026

Die Eltern der Elternselbsthilfegruppe Leutkirch, der Landesverband der Elternkreise und ein Team vom Jugendhaus veranstalten dieses Jahr wieder tatkräftig dem Gedenktag  der verstorbene Drogengebrauchende am 21.Juli.

GEDENKTAG 2026

VERÄNDERN, UM LEBEN ZU RETTEN!


Dieses Motto bietet allen beteiligten Städten und Einrichtungen die Möglichkeit, den Fokus auf jene Themen zu richten, die für eure Kommune und Region besondere Bedeutung haben.

Ferner bietet sich mit dem Motto auch die Möglichkeit, auf die stetige Weiterentwicklung von Angeboten hinzuweisen.

Während in vielen Großstädten die Themen „Menschen ohne Wohnsitz“, und „Konsum im öffentlichen Raum“ im Mittelpunkt stehen, sehen sich andere Städte mit dem vermehrten Konsum ganz junger Menschen konfrontiert.

Durch das vermehrte auftreten synthetischer Substanzen, und hierunter auch synthetischer Opioide, wird in 2026 bundesweit das Thema „Drug Checking“ und „Substanzanalyse“ größere Bedeutung haben.


„Der Kampf ist beendet, der Schmerz verflogen. Was bleibt, ist die Erinnerung an das, was hätte sein können, und die Liebe, die niemals stirbt.“


Schirmfrau 2026
Frau Beate Stör

Es ist mir eine Ehre und ich empfinde es als große Wertschätzung die Schirmherrschaft für den diesjährigen internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende übernehmen zu dürfen.

Im März 2013 habe ich das allererste Mal vom internationalen Gedenktag erfahren. Der von mir sehr geschätzte Dr. Ulmer bekam in Wuppertal den Ginkopreis verliehen und wir, mein Sohn Bertram, zu dieser Zeit substituiert, Renate Auer, zu dieser Zeit Vorsitzende der Bad.-Württembergischen Landesvereinigung der Elternkreise, und ich durften ihn zu dieser Veranstaltung begleiten. Dieser Kontakt mit JES und der Idee einen Gedenktag auch bei uns in Leutkirch im Allgäu zu veranstalten ließ mich nicht mehr los. Da hat mein Sohn Bertram noch gelebt. Vor 6 Jahren ist er leider an einer Überdosis Fentanyl verstorben.

Dass mir später, eben aus dieser eigenen Betroffenheit heraus, die Gedenkfeier für verstorbene Drogengebrauchende ein ganz wichtiger Termin in meinem Jahresverlauf sein wird wusste ich zu dieser Zeit noch nicht.

Seit 2013 veranstalten wir nun schon jedes Jahr unsere Gedenkfeier. Auf unterschiedlichen Plätzen und seit dem 21. Juli 2021 an unserem Gedenkstein für alle Menschen die viel zu früh von uns gegangen sind. Die gestorben sind, weil die Drogenpolitik in unserm Land durch die Gesetzgebung verantwortlich ist am Tod so vieler, teils blutjungen Menschen.

Zurück bleiben fassungslose Eltern und Geschwister, die alleine gelassen werden in ihrer Trauer. Die mit Stigmatisierung und Diskriminierung fertig werden müssen. Eltern bekommen Sätze zu hören: „Das Leben geht weiter“ und „Nun ist es mal gut“ oder ähnliches. Geschwisterkinder werden in ihrer Trauer alleine gelassen, oft auch, nicht absichtlich, von den Eltern, die in ihrer eigenen Trauer, die Trauer des Geschwisterkindes nicht wahrnehmen. Den Geschwisterkindern habe ich das Gedicht: „Du bist gegangen“ gewidmet. Die 1. Vorsitzende unserer Landesvereinigung, Heike Mohrmann, hat als betroffene Mutter, ihr Sohn Tim wurde ebenfalls Opfer seiner Suchterkrankung, diese Not trauernder Eltern erkannt -sie hat sie ja selbst durchlitten, unter dem Dach der LV die AG Trauer „füreinander da“ ins Leben gerufen. Mittlerweile haben sich 29 trauernde Mütter und Väter dieser AG in Baden-Württemberg angeschlossen. Dort finden verwaiste Eltern und Geschwister – mittlerweile ist eine Gruppe für Geschwisterkinder entstanden – Raum für ihre Trauer. Wir spüren, wir sind nicht alleine. Und – es werden leider immer mehr die diesen Schicksalsschlag erleiden müssen. Vom BVEK wurde dieses Konzept aufgegriffen. Auch dort gibt es nun ein Forum für trauernde Eltern. Zudem gibt es die Möglichkeit online an den Gruppentreffen teilzunehmen.


Unsere Kinder könnten bei einer menschlicheren Drogenpolitik alle noch leben. Es muss sich was verändern, dass nicht noch mehr Menschen so sinnlos ihr Leben lassen müssen.

 

Von den verantwortlichen in der Politik hören wir nur Lippenbekenntnisse, Zusagen für mehr Prävention, aber es passiert genau das Gegenteil. In der Suchthilfe wird gekürzt und eingespart. Therapieplätze sind rar und die Wartezeit auf einen Platz erleben manche nicht mehr. Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik, Ahlhorn, spezialisiert auf jugendliche Suchtkranke mit Doppeldiagnose fällt dem Rotstift zum Opfer. Gerade weil die konsumierenden Jugendlichen immer jünger werden sind diese Therapieplätze unverzichtbar. Hier wird am falschen Platz gespart.

Unsere diesjährige Gedenkfeier fällt auf den Haupttag des Leutkircher Kinder- und Heimatfestes. Freud und Leid liegen so dicht beieinander. Ich werde nicht müde auf das Schicksal unserer Kinder aufmerksam zu machen.


Sie sind mitten unter uns gestorben und mitten unter uns wollen wir uns an sie erinnern.


Gedenktag21juli I JES Bundesverband e.V.

Verändern
um Leben zu retten!


Gedicht Beate Stöhr am 04. Juni 2026


Schirmfrau des Gedenktages für
verstorbene Drogengebrauchende
21. Juli 2026


Wenn's darum geht korrekt zu gendern, da konnten sich die alle recht schnell verändern. Von heut auf morgen macht' es klick bis rauf zur höchsten Politik. Der Sinn - ließ sich manchmal hinterfragen muss man denn wirklich alles auf diese Art sagen? In der Drogenpolitik kommt nichts so recht in Schwung,

da bräuchte es jetzt dringend Veränderung! Ein Schritt vor und zwei zurück,

bei dieser Praxis gibt's kein Stuck. Direkt mit Betroffenen offen zu sprechen und endlich mit alten Tabus zu brechen, um auf dem Weg etwas zu bewegen;

was um Himmels Willen spricht dagegen. Das wurde wirklich etwas bringen

Veränderung möglich machen - endlich was bringen! Man muss das Rad nicht neu erfinden, sondern Blockaden überwinden! Hilfsmodelle gibt es - die sich in anderen Ländern bewährt, wovon man in Studien nur gutes erfahrt!

Diese zu übernehmen ware doch klug, Beispiele dafür - gibt's schon genug! Um diese dann unserem Bedarf hierzulande, anzupassen, wäre allemal besser als alles zu lassen. Endlosdiskussionen - die im Kreise sich drehen, für wen, für was? Wir wollen Fortschritte sehen! Die Erfahrung hat es uns allen bewiesen, dass Dealer wie Pilze aus dem Boden sprießen. Sie beachten kein Verbot, sie wissen um die große Not die Menschen beim Entzug erleiden, sie wollen das Elend nicht vermeiden.

Im Gegenteil - das bringt ihnen Kunden. Auch „Neue" sind so schnell gefunden! Das Verbot für alle(s) aufrecht zu halten, menschliche Drogenpolitik lässt sich so nicht gestalten. Probleme lassen sich durch Verbote nicht lösen, die Konsumenten sind hier nicht die „Bösen"! Wo bleibt die Menschenwürde, die Humanität? Dafür ist es doch niemals zu spät! Drogentote gibt's jedes Jahr genug, nichts zu verändern ist Betrug.


Unsere Kinder werden um ihre Zukunft betrogen! Kein Geld sei da? - Wird hier gelogen?! Am falschen Ende wird gekürzt, zig Gründe werden vorgeschürzt, die wohl manchem plausibel scheinen, aber in Sackgassen enden - will ich meinen. Die Politik fokussiert ein falsches Ziel und setzt dadurch Menschenleben aufs Spiel!


Drogenpolitik verändern - um Leben zu retten;

Jeder Mensch ist es wert - darauf kann ich wetten!


Beate Stör